Projekt "Sonnengarten"

Im Projekt Sonnengarten werden Lebensmittel durch die Verknüpfung vorhandener und neuartiger Technologien umweltschonend, ressourcenschonend und energieeffizient erzeugt. Somit kann auch auf kleinen Flächen in Städten oder im Privat- und Gemeinschaftsgarten produziert werden. Brachflächen, ungenutzte Teilbereiche, Garagen- und Hausdachflächen können genutzt werden. Auch bestehende Anbauflächen auf dem Land können hierdurch aufgewertet werden. Der Sonnengarten ermöglicht die Produktion von Nahrungsmitteln über das gesamte Jahr hinweg. Hierzu tragen die Gewinnung von Solarenergie, die effiziente Beleuchtungstechnologie und die durchdachte energiesparende und –speichernde Konstruktion des Sunlight Green House bei. Durch dieses integrierte Lebensmittel- und Energiesystem ist es möglich, zu einem sehr niedrigen bis neutralen CO2 Wert zu produzieren. Die in höchstem Maße lichtdurchlässige Spezialfolie wird nicht nur unter weit weniger Energieaufwand produziert wie Glas, sondern ermöglicht den Pflanzen auch ein besseres Wachstum. Im Winter während kalter Nächte schützt ein Außenrollo aus schwerem Vliesstoff das Gewächshaus vor Auskühlung. Eine vor dem Gewächshaus liegende Reflexions- und Speicherfläche aus Wasser reflektiert besonders in der Übergangs- und Winterzeit, bei tiefer stehender Sonne die Strahlung in das Gewächshaus, spart somit einen beachtlichen Teil an Energie ein und versorgt gleichzeitig die Pflanzen mit mehr Licht. Die verbauten Solarmodule liefern einen Teil des Stroms und auch die Energieausbeute dieser Module werden von der Lichtreflexion profitieren. Zusätzlich wird auch das Mikroklima in der näheren Umgebung verbessert. Speicherwände innerhalb des Gewächshauses, bestehend aus Presssteinen speichern Wärme des tagsüber einfallenden Lichtes um diese bei Nacht wieder an den Innenraum abzugeben. Diese Wände befinden sich meist als Trennwand zwischen dem Pflanzenanbaubereich und dem hinteren Raum, welcher neben Lagerzwecken auch zur Tierhaltung dienen könnte. In meinem Falle befindet sich die innere Speicherwand zum Teil in diesem Übergangsbereich. Sie verspringt aber in einem Teilbereich bis zur hinteren, nördlichen Wand, da in diesem Bereich noch Hochbeete mit speziellem Aufbau (auch mit Terra Preta) und Wurmkisten aufgestellt werden sollen. Durch mikrobiologische Prozesse entsteht zusätzlich Wärme, welche ebenfalls zur Stabilisierung des winterlichen Klimas innerhalb des Gewächshauses beitragen kann. Nur mit diesen einfachsten Maßnahmen und ohne den vorgelagerten Energiespeicher mit seiner Reflexionsfläche bei Wasser und auch bei Eis, ist es möglich, die Temperatur in der kalten Jahreszeit und in unseren gemäßigten Breitengraden nicht unter 10 Grad Celsius absinken zu lassen. Durch den Einsatz von Schwefel-Plasma-Lampen in der einstrahlungsarmen Zeit, wird das Pflanzenwachstum enorm verbessert. Das gesamte System der Lebensmittelproduktion in Form von Gemüse, Kräutern u.a. findet in einem Wasserkreislaufsystem und in vertikalen Anbausystemen statt in dem nur das von den Pflanzen verbrauchte und verdunstete Wasser zugeführt werden muss. Eine spezielle Wassertechnologie mit Filtern und Sauerstoffeintrag führt zu einem stabilen System. Die im wasserführenden Rohrleitungssystem für das Pflanzenwachstum transportierten Nährstoffe sollen hauptsächlich aus pflanzlich hergestellten Nährstoffkonzentraten bestehen. Im Bereich des Erd- oder Substratanbausystems, wo das Material von oben nach unten vom Kreislaufwasser durchströmt wird, können als Nährstoffdepot auch Terra Preta bzw. mit Nährstoffen gesättigte Pflanzenkohleanteile dienen, welche in das Pflanzgranulat oder die Erde eingebunden werden. Anfallende, organische Stoffe und darin gebunden Nährstoffe werden aus dem System entnommen und zu einem späteren Zeitpunkt wiederverwertet bzw. in den Kreislauf eingebunden. Durch das geschlossene System kann es nicht zu einer Auswaschung der Nährstoffe und zur Überdüngung von Flüssen, Seen und Grundwasser kommen. Durch das wasserführende vertikale Anbausystem verringert sich auch der Pflegeaufwand. Durch die teilweise räumlich erhöhte Produktion in speziellen Tropfkörpern oder den Substrat- / Bodensystemen sowie in den Hochbeeten wird die Arbeit erleichtert. Durch weitere technische Installationen wie Lüftungen, Wärmetauschersysteme, Mikrowasserverwirbler u.a., kann die Energieeffizienz und die Produktivität bei Bedarf nochmals erhöht werden. Es ist also ein zukunftsweisendes System mit modularen Erweiterungsmöglichkeiten für verschiedenen Einsatzbereiche, Standorte und Klimazonen. Ebenso kann bei entsprechender Planung eine zweite Spezialfolie in die Konstruktion eingezogen werden. Parallel könnten im hinteren Teil des Gewächshauses auch Fische oder andere Tierarten gehalten werden. Dies ist aber in diesem Modellprojekt nicht vorgesehen, da die Nährstoffe auf andere Weise zugeführt werden und somit der Arbeitsaufwand, den jede Form der Tierhaltung mit sich bringt wegfällt. Im Sonnengarten können umweltfreundliche Landwirtschaft und Energiewirtschaft ineinanderfließen. Zu guter Letzt kann bei Bedarf ein Großteil des Baumaterials des Gewächshauses dem Recycling zugeführt werden.